Hunden geht es da nicht anders ! Leider kursieren immer noch Gerüchte, dass nicht alle Hunderassen für die Fährtenarbeit geeignet sind und dass Hunde, die in dieser Richtung ausgebildet werden, zum Wildern neigen. Diese Auffassung ist falsch. Grundsätzlich können alle Hunde zum Fährtenhund ausgebildet werden.
Wie sucht der Hund eine Fährte ?Der
Hochwindsucher:
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Der Fährtenhund: Er orientiert sich vorwiegend anhand der Bodenverletzung, die durch Fußabdrücke erzeugt werden. Dieser Hundetyp folgt mit tiefer Nase dem jeweiligen Eigengeruch der Fährte. Er ist für unsere Zwecke am besten geeignet, denn er ist Spurentreu und lässt sich auch durch Wind und Wetter nur wenig beeinflussen. |
Welche Gerüche gibt es?
1. Individualgeruch:
Wenn jemand eine Fährte legt, werden hierdurch bestimmte Gerüche freigesetzt. Das können z.B. Schweiß, Parfüm, Kleidergeruch, Zigarettengeruch etc. sein. Also alles Gerüche, die von der Person selbst ausgehen, man nennt diese Gerüche den Individualgeruch. Nachteil dieses Geruchs ist eindeutig, dass er in der Regel bis ca. 60 cm über dem Boden schwebt und deshalb vom Wind leicht weggetragen werden kann. Selbst an windstillen Tagen hält sich dieser Geruch nicht länger als ca. 30 Min. in der Luft.
2. Bodenverletzung:
Die
Bodenverletzung findet statt, sobald eine Fährte gelegt ist. Durch
Fußabdrücke wird jeder Boden in verschiedener Weise verändert,
verletzt. Es gibt die Gerüche, die durch die Veränderung der Erdkruste
(z.B. blanker Acker) freigesetzt werden, dann den Geruch von verletzten
Pflanzen (Acker mit Saat, Wiesen etc.) und zu guter letzt haben wir dort
noch die Mikroorganismen, welche durch den Fußabdruck zerdrückt werden.
Die Gerüche, die über die Bodenverletzung entstehen, bleiben für den
Hund am längsten erhalten. Je nach Witterung können sie sich sogar über
mehrere Tage halten.
Eine
mit Gummistiefeln gelegte Fährte kann kaum menschlichen Geruch annehmen,
und so können nur geringe Mengen an Duftstoffen auf den Boden gelangen.
Der Aufbau in der Fährtenarbeit sollte deshalb so erfolgen, dass der Hund
sich in erster Linie an dem Geruchsfeld der Bodenverletzung
orientiert und in zweiter Linie an dem Individualgeruch
des Fährtenlegers.
Der Hund sollte von Anfang an lernen, eine Fährte ruhig, konzentriert und
mit tiefer Nase auszuarbeiten. Dabei sollte er den einmal aufgenommenen
Mischgeruch von Anfang bis zum Ende konsequent verfolgen.
Mit regelmäßiger Übung steigern Sie die Arbeitsfähigkeit des Hundes,
sein Geruchgedächtnis und das Unterscheidungsvermögen.
Gute Fährte - der halbe Erfolg
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Fährtenhund Schlecht
geschnüffelt - hoch geguckt, |
Der
Lern- und Leistungserfolg des Hundes in der Fährtenarbeit hängt unter
anderem auch davon ab, wie gut die Fährte gelegt wurde.
Hierfür
ein Beispiel: Durch unaufmerksames Fährtenlegen erkennt der Hundeführer
oft nicht mehr den genauen Fährtenverlauf. Dies hat zur Folge, dass z. B.
der Hundeführer seinen Hund nicht auf; sondern neben der Fährte lobt
bzw. ihn nicht neben, sondern auf der Fährte straft. Wiederholt
sich dieser Vorgang noch einige Male, dann wird der Hund sehr bald
anfangen beim Suchen zu "lügen", denn er ist frustriert und
weiß nicht, was der Hundeführer eigentlich von ihm will. Eine
gefährliche "Fährtenfalle" ist zugeschnappt und der Aufbau
wird ein Misserfolg.
Verhindern können wir ein solches, später oft nicht mehr korrigierbares
Fehlverhalten aber nur, wenn wir einen guten und sicheren Fährtenleger
haben.
Haben Sie noch Fragen zur Fährtenhundausbildung? Wir stehen gern mit unseren Ansprechpartnern zu Ihrer Verfügung.
Hier finden Sie die komplette SV-Prüfungsordnung (630 kB) des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) gültig ab 01. Januar 2004